Geschichtliches
Im Jahre 1661 erfand der Universalgelehrte Pater Athanasius Kircher (1601-1680) das „Organum mathematicum“, mit dem sich vierstimmige Sätze spielen ließen. Daniel Silbermann (1717-1766), der aus einer großen Kirchenorgelbaufamilie stammte, nahm die Ideen von Kircher auf und baute die erste Drehorgel Deutschlands.
Im Laufe der Zeit wurden auch Serinetten, so genannte Vogelorgeln, gebaut um Kanarienvögeln das “kultivierte” Singen beizubringen. Bei dieser Freizeitbeschäftigung sollen sich vor allem die Franzosen hervorgetan haben.
Nach einer Zeit der Vergessenheit gehört die Drehorgel seit dem 20. Jh. wieder zum Straßenbild. Drehorgeln dienten am Anfang des vergangenen Jahrhunderts zur staatlich gesicherten Einnahmequelle von Kriegsinvaliden. Trotz Schallplatte, CD und mp3 ist das Interesse an Drehorgelmusik erhalten geblieben. So sind auch heute noch Drehorgeln auf den Straßen anzutreffen.
Das freie Lexikon Wikipedia schreibt zur Drehorgel folgendes:
Eine Drehorgel, oder auch Leierkasten, ist ein mechanisches Musikinstrument. Der Spieler einer Drehorgel, in Norddeutschland volkstümlich Leierkastenmann genannt, betätigt eine Kurbel, die ein aufwändiges Steuersystem im Innern des Instrumentes in Bewegung setzt. Der Drehorgel ähnlich ist die Jahrmarktsorgel.
Geschichte
Nachweislich seit Beginn des 18. Jahrhunderts ist die Drehorgel in allen Ländern Europas als Instrument der Straßenmusiker und Gaukler, aber auch – namentlich in England und Frankreich – als Kirchen- und Saloninstrument bekannt. Aber auch Bänkelsänger benutzten eine Drehorgel.
Technik
Der Aufbau der Drehorgel entspricht im Prinzip einer stationären Pfeifenorgel. Sie besteht aus einem Gehäuse in dem das Pfeifenwerk, das Balgwerk, die Windlade und die Spieleinrichtung untergebracht sind. Mit Hilfe einer Kurbel oder eines Schwungrades wird über eine Pleuelstange der mit Leder bezogene Schöpfbalg betätigt, der den Wind erzeugt. Der Wind wird in einem Magazinbalg gespeichert, beruhigt und mit Federkraft auf einen konstanten Druck gebracht. Über der Windlade, die eine Vielzahl von Ventilen enthält, steht das Pfeifenwerk. Jedem Ventil ist ein Ton (eine Pfeife oder mehrere Pfeifen unterschiedlicher Bauart) zugeordnet. Die Zahl der Töne kann bei Drehorgeln unterschiedlich sein (etwa von 16 bis 45). Diese Ventile werden durch die Spieleinrichtung angesteuert. Dies kann pneumatisch, mechanisch oder elektromagnetisch geschehen. Die Pfeifen sind denen einer Kirchenorgel ähnlich. Durch die Drehbewegung der Kurbel wird bei mechanisch/pneumatischer, Steuerung auch der Programmträger bewegt. Im Gegensatz zu einer manuell spielbaren Orgel wird die Ansteuerung der Töne durch einen Programmträger übernommen, der sich in der Spieleinrichtung befindet. Drehorgel 2 Die älteste Form des Programmträgers ist die Stiftwalze. Diese ist seit dem Altertum bekannt. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts hat das Lochband bzw. der Lochkarton die Stiftwalze abgelöst. Eine Stiftwalze (meist auswechselbar) kann bis zu zwölf Musikstücke (verbreitet sind sechs bis acht) enthalten. Die Lauflänge des Musikstückes ist durch den Walzenumfang begrenzt. Durch Lochbänder oder Lochkartons (beides austauschbar) ist die Spieldauer fast unbegrenzt; ebenso bei elektronischer Steuerung des Pfeifenwerks. Seit Beginn der 1970er Jahre wird der Microchip als digitales Speichermedium für Musik im Drehorgelbau eingesetzt. Durch Änderung der Drehgeschwindigkeit, Einwirkung auf den Winddruck sowie den Einsatz von verschiedenen Klangfarben (Registern) bei größeren Instrumenten (siehe auch Register (Orgel)), ist ein interpretierendes Darstellen der Musik auf pneumatisch gesteuerten Drehorgeln möglich. Bei einigen Modellen lässt die elektronische Steuerung keinen Einfluss auf die Musik zu. Ob die Kurbel vorwärts oder rückwärts, langsam oder schnell bewegt wird: die Musik klingt immer gleich. Andere Bautypen dagegen reagieren auf eine Veränderung der Drehgeschwindigkeit mit entsprechender Wirkung auf die Wiedergabegeschwindigkeit des Musikstücks. Elektronisch gesteuerte Drehorgeln können über Funk oder per Kabel synchronisiert werden. Dabei spielen alle Orgeln entweder dieselben Noten des Musikstückes, oder aber sie übernehmen einzelne Teile einer Art Orchesterpartitur. Hier ist die Kunst des Arrangeurs oder Programmierers gefragt. Die Wiedergabe erfordert kein musikalisches Können des Orgeldrehers. Dagegen setzt das Synchronspiel mit zwei oder mehreren lochbandgesteuerten Drehorgeln des gleichen Bautyps Übung und Können gepaart mit Musikalität und Rhythmusgefüh voraus. Hierfür sind gleiche oder entsprechend gefertigte Lochbänder am Markt erhältlich. In ganz Europa treten Drehorgelspieler (in Österreich auch Werkelmann genannt) – insbesondere während besonderer „Drehorgeltage“ – öffentlich auf. Viele Drehorgelspieler kann man auch privat für Auftritte engagieren.